Björn
Björn und ich lernten uns über unsere Verlage kennen (Chessbase und der damalige Terzio-Verlag). Meine Aufgabe war es, eine Story rund um Björns innovative Lehrideen zu entwickeln, Didaktik in Dialoge zu transformieren und eine neue Bildlichkeit für spröde schachliche Zusammenhänge zu schaffen. Die Zeichnungen, die ich dafür anfertigen durfte, haben das Projekt dann abgerundet.
Björn musst mir immer alles erklären, weil ich selbst gar kein besonders guter Schachspieler bin. Die so gewonnenen Erkenntnisse in meine eigene bildhafte Sprache transformiert. Ich habe Geschichten und Dialoge drum herum geschrieben und mir hübsche Namen und Begrifflichkeiten dazu ausgedacht (z. B. der „Eröffnungs-Stierkopf“). So entstand die Welt von König Fritz und seine Cousine Bianca. Ihnen zur Seite stellte ich die Kanalratte Fred Fertig als Trainer. Die Wesenszüge von Fritz und Bianca folgten dabei den Wesenszügen jener Schachfiguren, die die beiden im Spiel verkörpern: Fritz ist als König eher zaghaft und vorsichtig, Königin Bianca hingegen temperamentvoll und unternehmungslustig. Am Ende kamen dann auch noch meine Bilder, Screens, Charaktere und sonstige Gestaltungen dazu.
Mit der Hilfe der Verlage, der Entwicklungsfirma WP sowie unserer wundervollen Lektorin Sabine Bruegel-Fritzen (Terzio) entstand ein Konzept, das damals neu war und bis heute funktioniert. Nicht nur ich lernte damit Schach mit Fritz & Fertig sondern auch unzählige Kinder weltweit. Auch ihre Eltern lernten mit und staunten, wie weit man im Schach kommen kann, wenn man es systematisch lernt. Das war auch meine eigene Erkenntnis von damals: Für Schach muss man kein Genie sein, man kann darin auch als Otto Normalsterblicher ziemlich weit kommen. Bald folgten erste Lokalisierungen und Übersetzungen in Dutzende von Sprachen. Dazu kam eine Flut von Preisen aus der ganzen Welt. Einmal standen wir sogar kurz in den USA auf Platz 1 irgendwelcher Charts für Kindersoftware. Noch viel wichtiger ist aber, dass die Sache auch nachhaltig funktioniert.