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Musik

Jörg Hilbert

Mein Leben ist in besonderer Weise mit Musik verbunden. Schon immer habe ich sie als das letzte Wort der Kunst betrachtet. Ich habe verschiedene Instrumente gelernt und um ein Haar hätte ich sogar Gitarre studiert (was ich zum Glück dann aber doch nicht getan habe). Auffällig viele meiner Freunde sind Musiker und meine ehemalige Frau Susanne war natürlich Pianistin. Von ihr habe ich vielleicht am meisten gelernt. In Studienzeiten habe ich verschiedene „befreundete“ Klaviertrios und Streichquartette zu Kursen bei Größen wie Sandor Vegh, Heinrich Schiff, György Kurtág bis hin zum Ravinia Festival begleitet, habe den Pianisten geblättert, gelauscht und gleichzeitig Portraits von allen angefertigt. Überhaupt beschäftigen sich die Mehrheit meiner Zeichnungen direkt oder indirekt mit musikalischen Themen. Nebenbei habe ich allerlei musikalische Projekte angeleiert, Kleinkunst wie Großkunst, Konzerte wie Rezitationen. Ich bin mit meiner Fassung des Karnevals der Tiere quer über den Atlantik geschippert und war das Gitarre zupfende Zwanzigerjahre-Mädel im Schmidts Tivoli. Das alles ist längst nicht vorbei. Noch immer bin ich auf der Suche nach neuen Formaten oder Ideen bzw. nach Leuten, die bekloppt genug sind, mich auf dieser Suche zu begleiten. Und seit ich irgendwann die Laute für mich entdeckt habe, musiziere ich auch wieder aktiv. Ein Leben ohne Musik ist für mich nicht vorstellbar.

 

Laute

Von der klassischen Gitarre herkommend hatte ich Unterricht bei Ingo Negwer, Stephan Rath, Stanislav Goiny und einigen anderen Lautenisten. Als besonderen „Service“ für meine Auftritte als Begleiter und Continuospieler bietet ich an, die Texte der aufzuführenden Werke in moderne Gedichtform zu übertragen und zu rezitieren. Auf diese Weise wird dem Publikum eine unmittelbare Vorstellung von Inhalt und lyrischem Impetus der Werke gegeben, die weit über den bloßen Abdruck der Texte im Programmheft hinausgeht.

 

Konzerte, Projekte und Programme

Terpsi Wunderblau

TERPSI WUNDERBLAU Neues und Altes zusammenfügen – das haben sich Capella de la Torre und Jörg Hilbert auf die Fahnen geschrieben. Als Erfinder des Ritter Rost steht Hilbert wie kaum ein anderer für Kindermusikprojekte mit Niveau. Capella de la Torre zählt zu den weltweit führenden Ensembles für Musik der frühen Neuzeit. Für das 400. Jubiläum des Komponisten Michael Praetorius (1571-1621) haben sie in Kooperation ein Märchen entwickelt, in dem Text und Musik auf besondere Weise miteinander verwoben sind.

Der aufstrebende Musiker Micha Schulteis spielt für die Leitung am Königshof vor. Doch als zunächst der Altstar Antonio Stradiwinsky und dann auch noch zwei schräge Gestalten namens Rockus und Rolus aufspielen, läuft die Sache aus dem Ruder und endet für Micha im Gefängnis. Die Rettung erfolgt so prompt wie überraschend. Ein geheimnisvoller Bettlerkönig spielt dabei ebenso eine Rolle wie auch die Tänzerin Terpsichore, genannt „Terpsi“. Heimlicher Star des Märchenkonzerts ist jedoch das Äffchen Caroubel. Eine Geschichte voller Anspielungen und Bezügen zur Jetztzeit, in der sogar die Situation von Künstlern in der Corona-Krise für Kinder verständlich angedeutet wird. Es erklingt Musik aus der Sammlung Terpsichore von Michael Praetorius, Capella de la Torre spielt auf Instrumenten der Renaissance wie etwa Schalmei, Posaune, Percussion oder Laute. Dazu gibt es ein Schattenspiel als Beamer-Präsentation. Am Ende der steht dann die Erkenntnis: Was früher die Menschen zum Tanzen brachte, funktioniert auch heute noch ausgezeichnet.

CAPELLA DE LA TORRE Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung
Jörg Hilbert, Text und Erzähler

Geeignet für Kinder im Grundschulalter (ab 5 Jahre)
Dauer: ca. 55 min

 

Der Himmel der Tiere

Ein Familienkonzert mit Figurenspiel und lateinamerikanischer Barockmusik.
Mit dem Figurenspieler Benjamin Harlan, dem Ensemble I Fedeli und Jörg Hilbert (Laute und Rezitation)

Im Himmel der Tiere ist mal wieder Fiesta! Der coole Geier Urubú hat ein Musikprogramm zusammengestellt und alle Tiere zum Mitmachen animiert. Leider hat sich auch eine selbstverliebte Kröte dazu geschmuggelt und bringt mit ihrem „Gesang“ alles durcheinander. Doch selbst ihr ulkiges Gequake kann durchaus Anerkennung finden, wenn man es nur mit den richtigen Ohren anhört. Und so geht es hintergründig auch um diese Fragen: Was ist Schönheit? Muss man sich schämen für das, was man ist? Was ist normal und was nicht?

Eine fröhliche Mischung aus Konzert und Theater, für die der Kinderbuchautor Jörg Hilbert ein altes Märchen der Guaraní aus Südamerika neu interpretiert hat. In Szene gesetzt wird es auf wunderbar witzige und poetische Art vom Theater Spunk unter der Regie von Sibylle Burkars. Die Musik entstammt jener Epoche, als die europäische Kultur auf die der südamerikanischen Ureinwohner stieß.  Auf historischen Instrumenten der Zeit musiziert das Ensemble I Fedeli.

 

Der Falsche Ton

Bilderbuchkonzert für kleines Kammerorchester, Sprecher und Kinderchor (ad lib.).
Von Anton Prestele (Komposition) und Jörg Hilbert (Idee, Text und Illustrationen)

Eigentlich ist Der Falsche Ton ein Widerspruch in sich, denn das Resümee der Geschichte ist: Es gibt keine falschen Töne. Doch das muss erst einmal herausgefunden werden. Es geschieht, indem der falsche Ton in eine Orchesterprobe gerät. Geprobt wird die Kleine Nachtmusik von Mozart, die der Komponist Anton Prestele virtuos auseinandergeschraubt und als eigene Musik komplett neu zusammengesetzt hat.

In einem ebenso lustigen wie eindrucksvollen Konzert wird der falsche Ton quer durchs Orchester gejagt. Dabei macht er die Bekanntschaft von so erstaunlichen Gestalten wie dem lauten Herrn Fortissimo, dem schüchternen Pianissimo, der bezaubernden Madame La Melodie, dem schleppenden Ritardando, dem gestrengen Herrn Takt oder dem eingebildeten Solo. Selbstverständlich werden diese Herrschaften musikalisch vorgestellt, und auch im Bild sind sie zu sehen, denn zum Konzert gehört eine Beamerpräsentation der Originalillustrationen.

 

Der Karneval der Tiere

Neue Textfassung für das berühmte Orchesterstück von Camille Saint-Saëns. In sechzehn amüsanten Gedichten zeichnet Jörg Hilbert passend zur Musik die darin geschildeten Tiere nach. Das Känguru, die Vögel, den Löwen, den Elefanten … und selbstverständlich auch den berühmten Schwan. Ein Konzertprojekt für ältere Kinder oder Erwachsene.

 

Dowland und mehr – Alte englische Meister

Mit dem Tenor Fabian Strotmann, dem Flötisten Domink Schneider und Jörg Hilbert (Laute und Rezitation).

Musik und Texte des goldenen Zeitalters eines William Shakespeare und Elisabeth I. Ebenso unterhaltsam wie eindrücklich vorgetragen für die Liebhaber der leisen und kultivierten Töne.

 

Ringelnatz & Co. (für Erwachsene)

Den „Bumerang“ kennt fast jeder. Aber wie sieht es mit anderen Gedichten von Joachim Ringelnatz aus? Ausgehend von Texten seines berühmten Verwandten hat der Autor Jörg Hilbert ein vergnügliches Programm zusammengestellt, in dem auch geistesverwandte Gedichte von Heine, Morgenstern, Kästner, Odemann und anderen vorgetragen werden. Mit Musik!

 

Paul Gerhardt und die Musik seiner Zeit

Lesungskonzert

Paul Gerhard ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter überhaupt. Viele seiner Texte sind uns heute allerdings eher als Kirchenlieder geläufig („Ich steh an deiner Krippe hier“ etc.). Dabei sind sie viel mehr als nur anmutige Untermalung schöner Melodien. Um ihrem Gehalt besser nachzuspüren zu können, werden die Gedichte hier nicht gesungen, sondern rezitiert. Dem an die Seite gestellt wird Musik der Zeit Paul Gerhardts, die in Deutschland vom Dreißigjährigen Krieg geprägt ist. Weiterhin gibt es einige biografische Informationen. Auf diese Weise entsteht ein vielfältiges und abwechslungsreiches Projekt, das Literatur, Geschichtliches und Musik miteinander verbindet und den Dichter Gerhardt auf neue Weise beleuchtet.

© Jörg Hilbert 2020